Achtung: Verjährung droht am 31.12.2018

Verjährung von Forderungen aus dem Jahr 2005
Fast alle Forderungen aus dem Jahr 2015 verjähren zum 31.12.2018

Am 31.12.2018 um 24.00 Uhr verjähren Ansprüche zwischen Vertragsparteien, die im Jahr 2015 entstanden sind.  Nach § 195 BGB beträgt die regelmäßige Verjährungsfrist nämlich 3 Jahre. Diese beginnt gemäß § 199 Abs. 1 BGB (soweit nicht ein anderer Verjährungsbeginn bestimmt ist) mit dem Schluss des Jahres, in dem (1) der Anspruch entstanden ist und (2) der Gläubiger von den den Anspruch begründenden Umständen und der Person des Schuldners Kenntnis erlangt oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen müsste. Das bedeutet, dass die 3-jährige Verjährungsfrist von Forderungen, die im Laufe des Kalenderjahres 2015 fällig gestellt wurden, am 01.01.2016 zu laufen begann und am 31.12.2018 um 24.00 Uhr endet. Erhebt die Gegenseite im Jahr 2019 dann die Einrede der Verjährung, sind Ansprüche nicht mehr durchsetzbar.

Die regelmäßige Verjährungsfrist gilt für fast alle schuldrechtlichen Ansprüche. 

Hat der Gläubiger von den den Anspruch begründenden Umständen oder der Person des Schuldners - ohne dass dies grob fahrlässig wäre - keine Kenntnis erlangt, verjährt der Anspruch in der Regel jedenfalls nach 10 Jahren. Dies ist aber nicht zum Ende des Kalenderjahres sondern 10 Jahre taggenau nach Entstehung des Anspruchs. Die entsprechende gesetzliche Grundlage ist in den § 199 Abs. 2 bis Abs. 5 BGB nachzulesen, wo es heißt:

 

(2) Schadensersatzansprüche, die auf der Verletzung des Lebens, des Körpers, der Gesundheit oder der Freiheit beruhen, verjähren ohne Rücksicht auf ihre Entstehung und die Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis in 30 Jahren von der Begehung der Handlung, der Pflichtverletzung oder dem sonstigen, den Schaden auslösenden Ereignis an.

 

(3) Sonstige Schadensersatzansprüche verjähren

1. ohne Rücksicht auf die Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis in zehn Jahren von ihrer Entstehung an und

2. ohne Rücksicht auf ihre Entstehung und die Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis in 30 Jahren von der Begehung der Handlung, der Pflichtverletzung oder dem sonstigen, den Schaden auslösenden Ereignis an.

Maßgeblich ist die früher endende Frist.

 

(3a) Ansprüche, die auf einem Erbfall beruhen oder deren Geltendmachung die Kenntnis einer Verfügung von Todes wegen voraussetzt, verjähren ohne Rücksicht auf die Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis in 30 Jahren von der Entstehung des Anspruchs an.

 

(4) Andere Ansprüche als die nach den Absätzen 2 bis 3a verjähren ohne Rücksicht auf die Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis in zehn Jahren von ihrer Entstehung an.

 

(5) Geht der Anspruch auf ein Unterlassen, so tritt an die Stelle der Entstehung die Zuwiderhandlung.

 

Um die Verjährung von Forderungen aus dem Jahr 2015 zu hemmen, können 2018 noch verjährungshemmende Maßnahmen vorgenommen werden. Der sicherste Weg ist die Einreichung einer Klageschrift. Man kann in geeigneten Fällen auch einen Mahnbescheid beantragen. Dies ist online nur eingeschränkt über die Homepage der Mahngerichte möglich. Denn der Mahnantrag muss spätestens am 31.12.2018 persönlich unterschrieben beim zuständigen Mahngericht eingehen.

 

Eine weitere Möglichkeit wäre es, bei der Gegenseite eine Verjährungsverzichtserklärung einzuholen. Die Formulierung der Verjährungsverzichtserklärung ist jedoch im Einzelfall nicht unproblematisch und sollte ohne anwaltliche Unterstützung nicht erfolgen.

Unsere Kanzlei ist noch am 27.12 und 28.12.2018 besetzt und berät Sie gerne in eiligen Fällen.